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Wissen für Ihr Vorhaben

Wie groß muss die Wärmepumpe sein? Heizlast, Jahresarbeitszahl und Speicher erklärt

Wie groß Ihre Wärmepumpe sein muss, ergibt sich aus der Heizlast Ihres Hauses: der Wärmeleistung, die an sehr kalten Tagen gebraucht wird. Für die KfW-Förderung muss die Anlage deshalb nach einer raumweisen Heizlastermittlung nach DIN EN 12831 ausgelegt werden, ausdrücklich um zu große und zu kleine Anlagen zu vermeiden. Im Feldtest des Fraunhofer ISE waren viele Wärmepumpen in Bestandshäusern, gemessen am Verbrauch, zu groß.

Quellen geprüft am . Allgemeine Orientierung; keine individuelle Prüfung Ihres Hauses.

Zum Mitnehmen ins Fachgespräch. Im Druckdialog auch als PDF speicherbar.

Was ist die Heizlast?

Die Heizlast ist die Wärmeleistung in Kilowatt, die Ihr Haus an einem sehr kalten Tag braucht, um die gewünschten Raumtemperaturen zu halten. Wird sie Raum für Raum berechnet, zeigt sie auch, welche Heizkörper ausreichen und wo nachgebessert werden muss.

In Gebäuden mit mindestens sechs Wohnungen gehört die raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831-1 gesetzlich zum hydraulischen Abgleich nach dem Einbau einer Heizung (§ 60c GModG). Bei kleineren Häusern verlangt sie die Förderrichtlinie, wenn Sie einen KfW-Zuschuss möchten.

Quelle: Gesetze im Internet: § 60c Gebäudemodernisierungsgesetz (hydraulischer Abgleich).

Quelle: Bundesanzeiger: Förderrichtlinie BEG Einzelmaßnahmen vom 17.08.2026 mit Technischen Mindestanforderungen (PDF).

Warum reicht eine Faustformel pro Quadratmeter nicht?

Weil zwei Häuser mit gleicher Fläche sehr unterschiedlich viel Wärme brauchen können. Dämmung, Fenster, Lage, gewünschte Raumtemperaturen und Warmwasser verändern das Ergebnis. Eine Zahl in Kilowatt pro Quadratmeter nennen wir deshalb bewusst nicht.

Wie groß die Unterschiede in der Praxis sind, zeigt die Auswertung der Verbraucherzentrale Niedersachsen: Die angebotene Heizleistung für dasselbe Gebäude unterschied sich teils um mehr als das Doppelte.

Quelle: Verbraucherzentrale Niedersachsen: Angebotsvergleich bei Wärmepumpen (Pressemitteilung vom 24.04.2026).

Was verrät mein bisheriger Gas- oder Ölverbrauch?

Er hilft, den späteren Stromverbrauch grob zu schätzen. Rechnen Sie ihn in Kilowattstunden um: Bei Öl multiplizieren Sie die Literzahl mit zehn, bei Gas steht der Wert meist schon in kWh auf der Rechnung. Teilen Sie das Ergebnis durch die erwartete Jahresarbeitszahl, erhalten Sie eine grobe Schätzung des späteren Stromverbrauchs.

Für die Größe der Wärmepumpe ersetzt diese Überschlagsrechnung die raumweise Heizlastermittlung nicht, die auch die Förderung verlangt. Unser Tipp: Nehmen Sie Ihre Verbrauchsabrechnungen trotzdem zum Termin mit, damit der Betrieb die Angaben einordnen kann.

Quelle: Verbraucherzentrale: Kosten und Förderung einer Wärmepumpe (Stand 17.04.2026).

Quelle: Bundesanzeiger: Förderrichtlinie BEG Einzelmaßnahmen vom 17.08.2026 mit Technischen Mindestanforderungen (PDF).

COP, ETAs und Jahresarbeitszahl: Was bedeuten die Werte?

In Datenblättern und Angeboten tauchen drei Kennzahlen auf. Sie beantworten unterschiedliche Fragen.

  • Die Verbraucherzentrale ordnet ein: Ab einer Jahresarbeitszahl von 3 gilt eine Wärmepumpe heute als effizient. Herstellerangaben aus Labormessungen werden im Alltag meist nicht erreicht.

Auf kleinen Bildschirmen lässt sich die Tabelle seitlich scrollen.

Kennzahlen zur Effizienz einer Wärmepumpe
KennzahlWas sie beschreibtWofür sie taugt
COP (Leistungszahl)Verhältnis von gewonnener Wärme zu eingesetztem Strom unter festen Bedingungen am Prüfstand, eine MomentaufnahmeVergleich von Geräten unter gleichen Bedingungen
ETAs (jahreszeitbedingte Raumheizungs-Effizienz)Effizienz über eine Heizsaison nach EU-ÖkodesignFörder-Mindestwerte, etwa bei Wärmequelle Luft 150 % bei 35 °C und 125 % bei 55 °C
Jahresarbeitszahl (JAZ)Wärme im Verhältnis zum Strom über ein ganzes Jahr im BetriebPlanung: Für die Förderung rechnerisch mindestens 3,0 nach VDI 4650. Gemessen im Feldtest: Luft/Wasser im Mittel 3,4, Erdreich 4,3

Quelle: Verbraucherzentrale: Wie umweltfreundlich und effizient ist eine Wärmepumpe? (Stand 06.03.2026).

Quelle: Bundesanzeiger: Förderrichtlinie BEG Einzelmaßnahmen vom 17.08.2026 mit Technischen Mindestanforderungen (PDF).

Quelle: Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich (Presseinformation vom 03.11.2025, PDF).

Was passiert, wenn die Größe nicht passt?

Das Fraunhofer ISE fand im Feldtest viele Wärmepumpen, die gemessen am Verbrauch überdimensioniert waren; einige schalteten sehr häufig ein und aus. Die Forschenden sehen darin Optimierungsbedarf bei Planung und Einstellung.

Der elektrische Heizstab spielte im Feldtest dagegen kaum eine Rolle: Er übernahm bei Luft/Wasser-Wärmepumpen 1,3 Prozent der elektrischen Arbeit. Die Witterung im Messzeitraum war allerdings vergleichsweise mild.

Quelle: Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich (Presseinformation vom 03.11.2025, PDF).

Brauche ich einen Pufferspeicher?

Nicht immer. Laut Verbraucherzentrale kann ein Pufferspeicher die Effizienz steigern, verursacht aber immer Speicherverluste. Bei Hybridheizungen ist er unverzichtbar. Bei Wärmepumpen mit Invertertechnik kann das Rohrnetz einer Fußboden- oder Wandheizung als Zwischenspeicher reichen.

Das Fraunhofer ISE stellte bei einem Teil der Anlagen mit Kombispeicher fest, dass Heiz- und Warmwassertemperatur nicht sauber getrennt waren. Dadurch wurde teils unnötig Wärme auf Warmwasser-Temperatur bereitgestellt. Fragen Sie den Betrieb: Warum dieser Speicher, und mit welchen Verlusten rechnen Sie?

Quelle: Verbraucherzentrale: Technik und Ausstattung einer Wärmepumpenanlage (Stand 05.01.2026).

Quelle: Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich (Presseinformation vom 03.11.2025, PDF).

Diese Angaben zur Auslegung gehören ins Angebot

Unsere Checkliste. Fehlt ein Punkt, fragen Sie gezielt nach:

  • Heizlast für das Gebäude und Raum für Raum, mit Verfahren und angenommener Außentemperatur.
  • Geplante Vorlauftemperatur.
  • Leistung des Geräts bei tiefen Außentemperaturen.
  • Berechnete Jahresarbeitszahl nach VDI 4650.
  • Erwarteter Anteil des Heizstabs.
  • Speicher- und Warmwasserkonzept.
  • Hydraulischer Abgleich nach Verfahren B und eingestellte Heizkurve.
  • Wärmemengenzähler und Stromzähler.